In Zusammenarbeit mit Regierung und Kirche, wurde 2011 das Mutter-Kind-Programm (org.: mother & child health program)
 gegründet, um die Versorgung von Schwangeren zu verbessern und die Kindersterblichkeit zu reduzieren.

 Details:

 Neben dem Krankenhaus gibt es entlang der Seeküste sog. Dispensaries. Dies sind kleine Einrichtungen und Anlaufstellen
 der ambulanten Versorgung. Besetzt sind diese von Krankenschwestern oder Assistent Medical Officers, die in der
 Ausbildung unter den Ärzten stehen.

 Sie bieten erste Hilfe und primäre Krankenversorgung an. Vom Krankenhaus ausgehend gibt es 4 Dispensaries nördlich,
 bis zu 40km entfernt und 8 Dispensaries südlich bis 60km entfernt. Die Straßen zu den Dispensaries sind Sand- und
 Schotterpisten und gerade in der Regenzeit zu schwer zu befahren.

 Das Mutter-Kind-Programm nutzt diese Stationen als Anlaufstelle für die Vorsorgeuntersuchungen.

 Dabei fährt ein Team, bestehend aus einem Arzt, einer Krankenschwester, einem Laboranten und einem Fahrer,
 alle Dispensaries ab. Ziel ist es, 3 Fahrten pro Jahr in den Norden und 3 in den Süden zu unternehmen, damit jede
 Schwangere 2-3 mal während  der Schwangerschaft untersucht werden kann.

 Bei den Besuchen der Dispensarys werden bis zu 100 Schwangere täglich registriert und untersucht, um u.a. eine
 HIV-Infektion auszuschließen.

 Sollte eine Schwangere mit HIV infiziert sein, wird sie zum einen einer gesonderten Anti-retroviralen-Therapie
 zugeführt, zum anderen einer besonderen Behandlung bei der Geburt, um eine Ansteckung des Kindes zu verhindern.
 Die Kosten für die Therapie übernimmt der Staat.

 Zu einem hohen Prozentsatz kann so eine Infektion des Ungeborenen vermieden werden. Zudem erfolgt eine Information
 aller Mütter über das Thema HIV.

 Ebenfalls wird im Vorfeld selektiert, für welche werdenden Mütter eine Hausgeburt vertretbar ist und für welche
 aufgrund von Alter, Anzahl der Schwangerschaften und Vorgeschichte eine Entbindung im Krankenhaus sinnvoller ist.

 Die Kindersterblichkeit konnte seit Beginn des Mutter-Kind-Programms deutlich gesenkt werden.

 Die Patienten müssen einen kleinen Betrag, umgerechnet ca. 1 Euro, entrichten. Sehr arme Patienten werden
 kostenlos untersucht.
 
 Für Friends of St. Anne`s e.V. war dieses Projekt von 2011 bis 2018 das kosten- und zeitaufwändigste Projekt.
 Es wurde 2018 abgeschlossen und beendet